Leitungswasser?
Mineralwasser mit viel, wenig oder gar keiner Kohlensäure?
Oder vielleicht lieber Biowasser?
Ja richtig gehört...
Bio-Mineralwasser gibt‘s wirklich.
Aber was kann denn an Wasser bitte Bio sein?
Da ist doch nix drin - Oder?
Unser Reporter Matthias Fiedler hat das für uns herausgefunden.
„Mineralwasser kaufen ist ja eh schon eine Wissenschaft für sich bei gefühlten
800 Marken und x Sprudelgraden.
Doch jetzt wird’s noch komplizierter.
Denn jetzt gibt‘s Bio-Mineralwasser.
Also Wasser das Bio sein soll.
Klingt nach nem Marketing Gag.
Und ich frag mich ganz ehrlich: Was soll das?“
Mit einem Flaschenpreis zwischen 49 und 99 Cent ist Bio-Mineralwasser im
Schnitt etwa doppelt so teuer wie herkömmliches Mineralwasser.
Aber was macht dieses Wasser so besonders?
Haben Sie eine Ahnung was dahinter stecken könnte?
„Biomineralwasser.
Hat jetzt welchen Sinn?“
„Also haben wir schon mal gehört, ja.“
„Man denkt eigentlich von Wasser selber schon, dass es Bio ist.“
„Ich glaub nicht, dass das vom Geschmack her besser ist.“
Na dann probieren Sie doch mal - wie schmeckt’s?
„Naja, wie ein Wasser eben!“
„Was macht n Produkt überhaupt biologisch?“
Das fragen wir uns auch!
Ist Bio Wasser nur Geldmacherei?
Oder ein Marketing Gag?
Galileo Reporter Matthias Fiedler fährt nach Neumarkt.
Hier trifft er Doktor Franz Erhnsperger - er soll uns das mit dem Bio-Wasser mal erklären,
denn er hat das Siegel für „Bio-Mineralwasser“ ins Leben gerufen.
„Wo kommt denn eigentlich ihr Bio-Mineralwasser her?
Haben sie da so ein kleines Naturschutzgebiet?
So ne Aue?“
„Also wir stehen direkt auf dem Biomineralwasser.“
“Echt?“
Ja, echt - und so wird das Bio-Mineralwasser gewonnen:
Wenn es regnet dringt Wasser in den Boden ein.
Es sickert durch verschiedene Erd- und Gesteinsschichten wie Sand, Kalkstein,
Kies oder Tonstein.
Dieser Prozess dauert mehrere Jahre.
Dabei reinigen und filtern die verschiedenen Schichten das Wasser und reichern es mit Mineralstoffen
an.
Stößt das Wasser auf undurchlässige Schichten, sammelt es sich.
Das Grundwasser ist die oberste Wasserschicht,
die es im Erdreich gibt.
Das Bio-Mineralwasser entsteht viel tiefer - knapp
80 Meter unter der Erde.
Von dort pumpen Rohrleitungen das Wasser dann nach
oben für die Abfüllung.
Soweit so normal - denn auch herkömmliches Mineralwasser wird auf diese Art
und Weise gewonnen.
Der Unterschied: Im Brunnenhäuschen wandert das
Bio-Wasser zwar kurz durch einen Kiesel-Filter.
Mehr passiert damit aber nicht.
„Muss das irgendwie noch gereinigt werden oder so?“
„Das wird so getrunken und so abgefüllt und es darf nicht
aufbereitet oder irgendwie behandelt werden.
Die Behandlungs-und Aufbereitungsmöglichkeiten für normales Mineralwasser
sind zwar begrenzt G Aber: Einige sind zugelassen.
Zum Beispiel: die Ozonisierung.
Hier entkeimt und desinfiziert ak_ver Sauerstoff also Ozon das Wasser.
Biowasser hingegen muss komplett naturbelassen und unbehandelt bleiben.
„Okay, das ist das End-Produkt ! Aber was ist denn dann daran
eigentlich jetzt Bio?“
„Das besondere an dem Biowasser ist, dass es zunächst ein
ganz besonders reines Wasser sein muss.“
Für normales Mineralwasser gibt es zwar gesetzliche Bestimmungen -
allerdings sind die schon über 30 Jahre alt.
Für Bio-Mineralwasser gelten strengere Kontrollen und höhere Grenzwerte für
Schadstoffe: zum Beispiel für Nitrat.
Bei Biowasser sind maximal fünf Milligramm pro Liter erlaubt.
Bei normalem Mineralwasser dagegen fünfzig Milligramm - also zehn Mal so viel.
Außerdem müssen Biowasser-Hersteller transparent sein: Sie müssen alle
Infos zu Anbau, Herstellung und Prüfergebnissen immer offen legen.
Und - es gibt klare Forderungen: Jeder Biowasser-Produzent ist dazu
verpflichtet sich aktiv für Nachhaltigkeit und Wasserschutz einzusetzen.
„Der muss dafür sorgen, dass biologischer Landbau in
seinem Wassereinzugsgebiet gestaltet wird.
Der muss aufpassen, dass nichts passiert was das Wasser irgendwie beschädigen
könnte.
Und er muss jährlich beweisen, was er denn getan hat zum Wasserschutz!“
„Also war eigentlich all unser Wasser mal Bio, bis die Menschen
kamen und alles rundherum versaut haben praktisch?“
„Ganz genau so ist es.“
Aber wie sieht es mit unserem Trinkwasser aus dem Wasserhahn aus?
Das ist doch auch „Bio“ - oder?
An einer Grundwasserquelle in Bayern treffen wir
Reiner List - Leiter der Wassergewinnung für das Wasser das zum Beispiel in
München aus dem Hahn läuft.
„Wow, sieht unglaublich klar aus!“
„Es kommt so aus dem Untergrund.
Und wird genau in dieser Qualität wie man es sieht nach München geleitet.“
„Das heißt da ist noch nix aufbereitet oder so?
Das ist 1 zu 1 das natürliche Wasser?“
„Das ist das natürliche Wasser.
Und das wird auch auf dem Weg nicht weiter aufbereitet!“
„Das heißt, das ist Biowasser?
„Ich würd‘s als Biowasser bezeichnen - klar.“
„Das ist ja dann aber sicher n Glücksfall für die Münchner, ne?
Das ist vielleicht in Hamburg anders?“
Ganz genau.
Andere Regionen in Deutschland sind da tatsächlich nicht so
privilegiert.
Leitungswasser ist selten rein genug.
Denn: es stammt nicht wie Mineralwasser aus 80 Metern Tiefe.
Sondern: Zu etwa zwei Dritteln aus unserem Grundwasser in 7 Metern Tiefe
und zu einem Drittel aus Oberflächenwasser wie Seen oder Flüssen.
Bevor es aus dem Hahn fließt muss es oft verarbeitet oder aufbereitet werden:
zum Beispiel durch Chlor-Zugabe oder Ozonisierung Das ist regional sehr
unterschiedlich - Erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihren Wasserwerken.
Die Verfahren sind aber alle gesetzlich zugelassen und auch nicht schädlich.
Streng genommen aber nicht mehr natürlich - also eben nicht G „Bio“.
„Ihr müsst euch jetzt keinen Kopp machen wenn ihr Leitungswasser trinkt oder
Mineralwasser.
Man muss nicht Biowasser kaufen.
Aber wenn man die optimale Qualität wünscht, legt man paar Cent drauf
und unterstützt damit auch noch ein nachhaltiges Projekt.“