Vor allem seit der Wahl seines Namenträgers zum US-Präsidenten.
Seit 100 Tagen wohnt Donald Trump jetzt aber beaknntermassen im Weißen Haus.
Doch was ist mit seiner früheren Residenz? Dem goldenen Turm, mitten in der New
Yorker City, in dem ja weiterhin seine Frau und sein Sohn wohnen?
Welche Sicherheitsbeschränkungen gelten da jetzt? Und wie lebt es sich dort für die
Bewohner, in einem der millionenschweren Appartements?
Glas, Marmor und ganz viel Gold: Der Trump Tower in Manhattan steht für
Glitzer, Glanz und Glamour. Doch seit sein Namensgeber Präsident ist,
herrschen hier allerstrengste Sicherheitsvorschriften.
Wir wagen uns trotzdem rein. Und drinnen erwarten uns so einige Überraschungen.
Sie müssen US-Staatsbürger sein, um die kaufen zu dürfen.
Was hat sich hier sonst noch verändert nach 100 Tagen Trump?
Der Wolkenkratzer liegt direkt an der weltberühmten 5th Avenue. Umgeben von
Luxus-Shops. Es ist einer der bestgeschützten Strassenzüge
der USA. Doch ein Sicherheitsaufgebot wie seit der Wahl hat
man auch hier noch nie erlebt. Stark, Tanja Seite 2 von 10
Geschätzte Kosten: 250 000 Dollar pro Tag. Die Sicherheitskontrollen sorgen für Engpässe,
überfüllte Bürgersteige, und genervte New Yorker.
Ich komm nicht mal rüber, um mir Mittagessen zu holen.
Sind Sie sauer?
Ja, aber ich gewöhne mich dran.
Die sollten hier schnell ausziehen. Woanders hin. Den Namen vom Trump
Tower abmontieren, und erst in 4 oder 8 Jahren wiederkommen.
Der Tower ist der Kronjuwel der Trump-Organisation. Gebaut Anfang der 1980er
Jahre. Mit 202 Metern damals das höchste Wohngebäude New Yorks. Der
Hausherr zieht auch gleich selbst ein. Natürlich ins Penthouse, ganz nach
oben.
Dennoch ist der Wolkenkratzer der Öffentlichkeit zugänglich - eine echte
Innovation.
Doch das ändert sich schlagartig im November 2016. Nach Donald Trumps
Wahlsieg wird der Trump Tower quasi zum Weißen Haus.
Meetings und Pressekonferenzen finden oft in der Lobby statt.
In den Tower kommt man nur noch mit Sondererlaubnis. Die 5th Avenue wird
zeitweise abgeriegelt.
Und wie ist es jetzt, 5 Monate später? Nun, der Präsident Trump war kein
einziges Mal mehr in New York. Er lebt im Weißen Haus, seine Wochenenden
verbringt er in Florida. Ehefrau Melania und Sohn Barron dagegen sind bisher
nicht nach Washington gezogen. Sie wohnen weiterhin im Tower.
Und so herrscht rund um den Wolkenkratzer immer noch die höchste
Sicherheitsstufe. Der Secret Service bewacht die First Lady
rund um die Uhr.
Mitten auf der 5th Avenue gibt es Sicherheitschecks. Die 56. Strasse ist komplett gesperrt - hier
befindet sich der Eingang für Anwohner, auch für die Trumps.
Stark, Tanja Seite 4 von 10
Doch wer will unter diesen Bedingungen hier noch wohnen?
Er müsste es wissen: Julius Liu, Immobilienmakler.
Viele Makler waren am Anfang verzweifelt. Wer will schon in diesem
Gebäude wohnen, bei dem Chaos hier draussen. Aber ich habe mich auf Leute konzentriert,
die viel mit Bargeld zu tun haben. Juwelierhändler zum Beispiel. Für
die kommt die extra Security hier wie gerufen.
Die fühlen sich jetzt komplett sicher.
Wir haben Glück - einer von Julius Kunden will mit uns reden und uns seine
Wohnung zeigen.
Falls wir überhaupt durch die Polizeisperren kommen. Denn vor dem
Anwohnereingang ist alles abgeriegelt.
Wir verabreden uns für den Nachmittag. Zuvor machen wir uns auf zum
Haupteingang an der 5th Avenue.
Seit Trump umgezogen ist, darf man hier nämlich wieder rein in die Lobby.
Direkt nach der Eingangstür - Ein Sicherheitscheck wie am Flughafen,
durchgeführt vom Secret Service.
Was sind denn hier so die Highlights?
Soviel gibt es gar nicht zu sehen. In die Aufzüge dürft ihr nicht rein, aber
um die Ecke ist ein Restaurant, eine Bar, ein paar Geschäfte.
Das ist es auch schon.
Die ersten drei Etagen des Trump Towers plus eine im Souterrain - das Atrium - Zugänglich
für die Öffentlichkeit.
Darüber jede Menge Büroräume. Hier hat sich unter anderem Quatar Airways
eingemietet.
Im 26. Stock: Donald Trumps ehemaliges Büro.
Es folgen 28 Etagen mit Luxusappartements. Kaufpreis zwischen 2 und 22
Millionen Dollar. Berühmtester Bewohner ist Fussballgott Christiano Ronaldo.
Früher wohnten hier auch Bruce Willis und Michael Jackson.
Die obersten drei Etagen: Donald Trumps Penthouse. Dazu später mehr.
58 Stockwerke hat der Tower also.Doch Trump spricht immer von 68. Er hat im
Laufe der Jahre einfach 10 Stockwerke dazu erfunden- das klingt besser.
Alternative Fakten halt.
In der Lobby ist es inzwischen richtig voll geworden
Der Trump Tower - offenbar ein Sightseeing-Muss. Auch bei Besuchern aus Deutschland.
Also wir sind eigentlich nur zum Sightseeing hier, und haben gedacht, wir
kommen hier vorbei, jetzt gucken wir einfach mal rein.
Einfach reine Neugierde.
Wenn wir schon mal hier sind, dann ja, sollte man sich das schon mal
angeguckt haben.
Nur besonders viel zu erleben gibt es hier gar nicht.
Mit Abstand beliebtestes Trump-Tower-Event: Mit der goldenen Rolltreppe
fahren.
Genau wie der Hausherr persönlich, als er 2015 seine Kandidatur erklärt.
Damals wohnt er noch mit Melania und Barron in seinem 3000 Quadratmeter -
Penthouse.
Und klar ... hier herrscht Prunk, wohin das Auge blickt.
Echter Marmor und 24-Karat-Gold in jeder Ecke
Nachempfunden ist die Wohnung dem Schloss von Versailles.
Rokkoko-Stil und Motive aus der griechischen Mythologie - all das liebte auch
schon der Sonnenkönig, Ludwig der 14.
In das Penthouse kommen wir natürlich nicht - dafür machen wir uns auf zum
Termin mit dem Anwohner aus dem 46. Stock.
Er sollte uns hier unten abholen. Doch dann kommt eine Mail.
Ja, jetzt habe ich leider doch ne Absage bekommen von unserem
Trump-Tower-Anwohner, der hier oben im 46. Stock wohnt.
Aber er hat gerade gemailt, dass sein Rechtsanwalt ihm rät, nicht mit
irgendwelchen Medien zu sprechen.
Enttäuschend - doch wir trösten uns im Souvenirladen im Untergeschoss.
Dort gibt es ein paar kuriose Mitbringsel im Sortiment. Trumps Kosmetik-Serie
zum Beispiel!
Deo von Donald Trump. Success.
Hab ich gerade für 15 Dollar erworben hier.
Und hier entdecken wir auch die berühmten Käppis. Make America Great Again
- für 40 Dollar pro Stück. Aber - nicht für uns!
Sie müssen US-Staatsbürger sein, um die kaufen zu dürfen.
Denn der Kaufpreis ist direkt eine Wahlspende an den Präsidenten der Vereingten Staaten!
Donald Trump denkt also jetzt schon an die Wiederwahl 2020 ...
Aber vielleicht zieht die Familie ja dann komplett ins Weiße Haus. Rund um den
Trump Tower könnte es dann wieder etwas entspannter zugehen.