Da haben wir etwas für Sie: Hamburger zu Hause machen, das liegt voll
im Trend.
Das Herzstück des Burgers sind diese runden Fleischauflagen,
Patties genannt.
Der Trend sind solche Tiefkühl Patties, die sind schnell
zu Hause gemacht.
Auf der Suche nach dem leckersten Patty, haben wir uns gefragt:
Wie gut ist die Qualität der Tiefkühlpatties und wie billig darf sie sein?
Saftig, zart und lecker: So sollen Burgerbuletten sein.
Der Preisunterschied jedoch ist enorm:
„38 Cent - 12, 50 Euro.
Wie kann das sein?“
Ist teuer wirklich besser und wo liegen die Qualitätsunterschiede?
„Ich war einkaufen und diese Box ist voll mit TK Patties und ich bin jetzt
echt gespannt, ob die gut sind und ob die schmecken?
Um das zu testen, trifft Claire Koch und BBQ Experte Dominik Plötz.
„Hi, Claire...
Dominik, Hallo, kommt rein.“
Wir haben Dominik Tiefkühlpatties vom Discounter, aus dem Supermarkt und
von einem online Feinkost-Shop mitgebracht.
Zuerst nehmen Claire und Dominik die Discounter Patties unter die Lupe
Was sofort auffällt, ist der Preis.
Bei allen drei Discounterprodukten kostet ein
Kilo rund 5 Euro.
Sogar die Zutaten sind gleich: Alle sind aus 98 % Rindfleisch.
„Die restlichen 2 Prozent in meinem Fall hier sind noch 2 Prozent
Speisesalz und Pfeffer.“
„Ja hier auch: weißer Pfeffer und Speisesalz.“
Der erste Discounter, den wir checken, wirbt auf der Vorderseite mit
deutschem Rindfleisch.
Geboren, aufgezogen und geschlachtet in Deutschland, steht auf der
Rückseite.
Bei weiterverarbeiteten Rinderhack ist diese Kennzeichnung nicht
verpflichtend.
Ein Plustpunkt.
Und wie sieht es mit den Patties in der Tüte aus?
Hier steht „Fleischherkunft siehe Rückseite“.
Doch zu lesen ist nichts.
Steckt mehr hinter dem diesen QR Code?
Tatsächlich.
„ Land der Aufzucht Deutschland.
Und man kann genau sieht man wo es geschlachtet und zerlegt wurde.“
Transparenz soll beim Verbraucher Vertrauen schaffen.
Auch der dritte Discounter bezieht sein Pattyfleisch aus Deutschland.
Das steht zwar nicht auf der Verpackung, ergibt aber unsere Recherche.
„Alle drei Produkte kommen also aus Deutschland.“
„Das ist auch nicht verwunderlich, da wir in Deutschland der zweitgrößte
Produzent von Rindfleisch in der EU sind.
Wir haben eine sehr gute Qualität."
Gut und dennoch billig?
Geht das?
Discounter lassen in riesigen Mengen produzieren, die Abläufe sind hochtechnisiert
- Fließband statt Menschenhand-, das spart enorme Personalkosten.
Doch die Patty-Scheiben gibt es für schon für 38 Cent und 45 Cent
„Wie kann das so billig sein?“
„Oftmals werden keine speziell gezüchteten Fleischrinderrassen
verwendet, sondern auch andere Tiere, heißt vielleicht mal ältere Tiere, die
zum Schlachten müssen oder auch mal Milchkühe, die nach getaner
Arbeit quasi dann zu Fleisch verarbeitet werden und die sind natürlich im
Einkauf günstiger.“
Und Bioqualität darf der Verbraucher bei diesem Preis auch nicht erwarten.
Wir schauen uns die Patties genauer an: Das Hackfleisch
hat bei allen dreien eine gute Struktur - Fleisch mit 20 Prozent Fettanteil.
Das ist üblich und wichtig.
„Wir brauchen das Fett, dass der Burger saftig bleibt.
Hätten wir nur reines Muskelfleisch würder er nach dem Braten
komplett trocken sein.“
Die Hack-Patties dürfen tiefgefroren auf den Grill.
Ein Steak hingegen sollte immer Zimmertemperatur haben.
Die Patties von jeder Seite 2 bis 3 Minuten gut durchbraten.
Denn tiefgekühltes Fleisch muss immer ganz durch sein.
„ So lass uns mal probieren- das Ganze.“
Und welcher Patty schmeckt Claire und Dominik am besten?
Der erste Discounter Patty hat eine gröbere Fleischstruktur
- d.h., er wurde grober gewolft.
„Der ist ein kleines Bisschen zäh.“
Jetzt ist der Leichteste - der 83 Gramm Patty... und die American Style Bullette.
„Erstaunlich mir persönlich hat der günstigste Patty am besten
geschmeckt.
Obwohl er nur 38 Cent kostet, war er für mich von der
Konsistenz sehr angenehm.“
„Ja, da hast du zwar Recht, aber von der Konsistenz fand ich den am
angenehmste, weil dein Favorit war mir ein bisschen zu trocken im
Mund.“
Wir haben also zwei Gewinner: Claire‘s „American Style“ für 45 Cent.
Und Dominik’s Favoriten für 38 Cent.
Auf in die zweite Runde mit den Supermakt Patties.
Die sind mehr als doppelt so teuer.
Zwischen 12 und 13 Euro kostet das Kilo Tiefkühlpatties.
Das Fleisch beider Anbieter ist ebenfalls Qualitätsfleisch.
Menge und Gewürzanteil sind identisch zu den Discounter Patties.
Wieso dann der große Preisunterschied?
„Da wir ja eine Marke haben, die muss schon mal bezahlt werden und
zum anderen haben wir hier auch eine eigene Herstellung, eine eigene
Produktion, eine eigene Zucht, die muss ja schon mal bezahlt werden.
Die Margen sind wahrscheinlich auch nich so hoch.
Es werden kleinere Mengen produziert, von da her ist der Personalaufwand
und alles viel höher.“
Dominik's Fleischanalyse zeigt: Auch die Supermarkt Scheiben haben eine gute
Hackstruktrur.
Der American Burger ist etwas grober gewolft, der Premium
Burger etwas feiner.
Mit 200 Gramm ist er das schwerste Patty in unserem
Test.
„Jetzt ist der ja doppelt so schwer als die Discounter Patties.
Ist das gut oder schlecht für meinen Burger?“
„Weder noch, dass entscheidet der persönliche Geschmack, ob ich 200
Gramm Fleisch essen möchte oder nur 100 Gramm.“
Dickere Patties sollten vor dem Grillen 4 bis 6 Stunden im Kühlschrank
antauen.
Unser Expertentipp: Backpapier zwischen die Scheiben legen.
So kleben sie nicht aneinander und Auftauwasser
fließt besser ab.
„Claire , weisst du was, jetzt haben wir noch Zeit und jetzt machen wir uns
eine super lecker Homemade BBQ Sauce für unseren Burger nachher.“
„Okay, das heißt du verrätst uns dein Geheimrezept?“
„Ja- Cool.“
Für die perfekte BBQ Sauce braucht Dominik Zwiebeln, Ingwer, Knochblauch, geräuchte
Chill's für die Schärfe und ganz viel Cola.
Alles klein schnippeln und anbraten, bis die Zwiebeln karamelisieren.
Die Cola verleiht der Sauce einen leicht süßen Geschmack, die Sojasauce gibt
die salzige Komponente.
Alles einkochen und dann pürieren.
Noch Mayo und Ketchup dazu- sie verleihen der Soße die Cremigkeit.
Umrühren- Fertig.
„Woah, so gut.“
Für den perfekten Burger brauchen wir jetzt aber noch die Bulletten.
Claire und Dominik starten in die zweite Grillrunde mit den Supermarktpatties.
Die dickeren Rindfleischscheiben grillen die beiden 4 bis 5 Minuten von jeder
Seite.
Patty heißt übrigens wörtlich übersetzt "Pastetchen".
Wie diese Claire und Dominik wohl schmecken?
„Sieht gut aus.“
„Ja, riechen auch gut.“
Was sagen unsere Tester zu dem American Patty aus der hauseigenen
Schlachterei?
„Schon relativ grob von der Struktur- riechen tut er gut.“
„Bisschen sehr grob, ne?“
„Aber geschmacklich ist der gut.“
Und wie schneidet der 200 Gramm Patty ab?
Er ist feiner gewolft - das hat aber in erster Linie nichts mit dem Geschmack zu
tun.
„Er hat ein intensiveres Fleischaroma, finde ich.
Es schmeckt nach Rind - er ist auch nicht so stark gewürzt.
Von da her würd ich sagen, ist der jetzt auf jeden Fall vorne für mich.“
„Ja, das ist auch mein Favorit, bei dem anderen hätte ich auch ein
bisschen Angst mich zu verschlucken.“
Klarer Sieger ist das 200 Gramm Premium Pattie.
Mit ihm wollen Claire und Dominik jetzt den perfekten Burger bauen.
Zuerst kommt die Homemade BBQ Sauce drauf.
Dann Salat für Frische und Knackigkeit.
Das Patty mit geschmolzenem Käse und Bacon.
Und wie schmecken die doppelt so teueren Patties im Vergleich zu den
Discounter Scheiben?
„Ich finde, die Patties vom Discounter können gut mit denen hier vom
Supermarkt mithalten.“
„Ja, ich bin deiner Meinung.
Ich finde die auch sehr gut.
Es ist die persönliche Vorlieben von jedem, ob er nen größeren
kauft, nen kleineren.
Gröber oder feiner strukturiert, aber so von der
Qualität sind die alle sehr gut.“
Können sie aber mit diesem Luxus-Patty mithalten?
Denn es geht auch viel kostspieliger- ein Patty von einer der teuersten
Rinderrassen der Welt, dem Waguye Rind.
80 Euro für ein Kilo tiefgefrorenes Rinderhack- gepresst in eine Scheibe.
Sieht auf den ersten Blick aus wie die anderen.
„Also, Waguye ist mir ein Begriff- es ist was ganz feines, das wusste ich,
aber was rechtfertigt die 12, 50 Euro.“
„Also, zum einen ist es eine speziell gezüchtete Fleischrasse, diese
Waguye Rinder.
Die leben länger als ein normales Fleischvieh, das
geschlachtet wird und sie haben eine sehr, sehr spezielle Marmorierung.
Sie haben sehr viel intramuskuläres Fett und deswegen ist das natürlich
wesentlich teurer.“
Das Fleisch kommt aus Australien von Rindern aus reiner Weidehaltung.
Was bei uns auf dem Grill landet , ist in Downunder
sogar preisgekrönt.
Doch schmecken Claire und Dominik die 12 Euro 50
Patties?
„Optisch ist es wirklich eine 1.
Wie aus der Werbung.“
Von innen sieht es aus wie die anderen Patties auch.
Und was sagt der Geschmack?
„Ich hab noch nie so was so was gegessen.“
„Ist lecker“ „Ich will nichts mehr anderes essen.“
Für unsere Tester ist das Wagyue Patty ein geschmackliches Higlight.
„Also, ich finde die 12,50 Euro sind wirklich gut angelegt.
Es ist so hochwertig und so geschmacksintensiv.
Man muss es sich halt leisten können.“
„Für nen besonderen Anlaß gerne mal so nen Wagyue Burger, wenn man
mal mit Freunden grillt.
Aber wenn man mal nur Mittags sich nen Burger auf den Grill schmeißt, dann tut’s auch
einer vom Discounter.“
Die Discounter Pattys schneiden besser ab als wir erwartet haben.
Alle erfüllen den deutschen Qualitätsstandard.
Doch billiger als 38 Cent pro Patty sollte es nicht sein; das sehen auch unsere
Tester kritisch.