Ein Navigationssystem ... ein Smartphone, und hier ... ein Roboter-Staubsauger.
Die Technologie, die da jeweils drinsteckt, ist enorm - und sie stammt ursprünglich alle
aus der gleichen Quelle.
Nämlich von DARPA in den USA.
Noch nie gehört?
Dann sollten sie jetzt mal hinschauen - die DARPA ist nämlich die Entwicklungsabteilung
des US-Militärs.
Und wir haben genau dort mal nachgeguckt, was die eigentlich machen.
Wir sind auf einem geheimen Testgelände des US-Militärs ...
und dabei, wie ein Hubschrauber abhebt.
Auf den ersten Blick nichts Besonderes ... doch dieser Hubschrauber fliegt von ganz allein
- gesteuert mit einer App!
Das ist die Zukunft des Flugverkehrs .... erfunden von DARPA, der Entwicklungsabteilung des US-Militärs.
Eine Behörde, die für Dutzende anderer Erfindungen verantwortlich ist, von verblüffend ….
bis beängstigend.
Doch was machen die da wirklich bei DARPA?
Wir reisen nach Washington, DC.
So wie unzählige Regierungsbehörden ist hier auch DARPA zu Hause - die Defense Advanced
Research Projects Agency.
Das Hauptquartier - 10 Minuten vom Weißen Haus entfernt.
Außen-Schilder gibt es nicht.
Und drehen dürfen wir nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.
Am Empfang werden uns Handys und Computer abgenommen.
Jedes Teil der Kameraausrüstung wird durchsucht.
Nach einer halben Stunde empfängt uns Brad Tousley, Chef des “Tactical Technology Office”.
Hello Nice to meet you!
You too!
Thanks for having us!
In der Lobby – ein Museum der Agentur.
Seit 50 Jahren entwickelt DARPA neue Militärtechnologien ... oft sind es Erfindungen, die auch in unseren
Alltag übergehen.
Auf der Multimediawand laufen Videos der DARPA Challenges.
Das sind Wettbewerbe, in denen Privatfirmen von der Behörde aufgefordert werden, neue
Erfindungen zu testen.
Von den ersten Modellen selbstfahrender Autos vor 15 Jahren bis zu den modernsten Robotern
der Welt.
Dem Gewinner winken Millionen an Preisgeld ... und lukrative Aufträge vom US-Militär.
DARPA-Erfindungen sorgen immer wieder für Schlagzeilen.
Wie etwa die Spionagedrohne.
Auf kleine Fluggeräte haben wir uns in der Vergangenheit oft konzentriert.
In diesem Fall war das ein Programm, das wir biomimetischen Flug getauft haben - wir wollten
nachahmen, was in der Natur gut funktioniert.
Die Kolibri-Drohne hat DARPA schon vor 10 Jahren erfunden - hier präsentiert sie die
ehemalige Chefin der Behörde.
Im Einsatz ist sie in verschiedenen Variationen aber vor allem in Hollywoodfilmen - das Militär
fand die Drohne mit einem Batterieleben von nur 10 Minuten nicht sinnvoll.
Dass bei so vielen Erfindungen auch mal was nicht nach Plan läuft, so wie bei diesen
Fail-Robotern, ist bei DARPA Programm.
Und macht den Chefs erstaunlicherweise gar nichts.
Im Gegenteil.
Wir erfinden neue Technologien, viele sind geheim und überraschend.
Manchmal ohne Erfolg, das akzeptieren wir.
Ich rüge niemanden dafür - ich mag es nur nicht, wenn man es nicht mal versucht!
Weiter mit der Tour.
Wir sind inzwischen im 10.
Stock des Hauptquartiers.
Brad’s Abteilung.
Der Technikchef arbeitet hier seit über 20 Jahren.
Wie viele andere, kommt er direkt von der US-Army.
Denn DARPA ist eine Abteilung des US-Militärs, finanziert von der amerikanischen Regierung.
Jahresbudget: über 3 Milliarden Dollar!
Die Behörde wird 1958 von US-Präsident Eisenhower ins Leben gerufen, als Reaktion auf den ersten
Satelliten - den sowjetischen Sputnik.
Die USA scheinen damals das Wettrennen in den Weltraum zu verlieren ...
Und so fliessen Milliarden Dollar an die neue Behörde, damit diese geheime neue Militärtechnologien
entwickelt.
1964 erfindet DARPA ein Satellitennavigationssystem namens NAVSAT.
Seit 1995 ist es voll funktionsfähig - wir kennen es ... als G-P-S.
1969 schliesst ein Wissenschaftler der DARPA erstmals erfolgreich eine Reihe von Computern
zusammen.
Kurz darauf schickt er die erste E-mail.
Die Geburtsstunde des Internets.
2003 experimentiert DARPA mit Spracherkennungssystemen.
Eine Firma namens Siri macht sich die Forschung bei ihrer Gründung zunutze - ein paar Jahre
später kauft Apple das Unternehmen.
Und was folgt als nächstes?
220 Forscher arbeiten hier in sechs Abteilungen ¬–
Mehr als 100 Projekte sind derzeit in der Entwicklungsphase.
Nur ... wo sind die Labore, wo laufen die Tests?
Bisher sehen wir eine reine ... Bürolandschaft.
Wie entsteht hier Zukunft?
Andere Leute machen diese Arbeit.
DARPA hat keine Labors.
Wir haben Manager, die eine Vision haben, die wirklich etwas erreichen wollen.
Deren Job ist es, Firmen zu finden, die mit ihnen zusammen arbeiten, um diese Ideen in
die Realität umzusetzen.
DARPA ist also eine Ideenschmiede, die Firmen aus der Privatwirtschaft bei der Umsetzung
dann unterstützt.
Erst diesen Monat hat Brad 35 Millionen Dollar locker gemacht - für ein vielversprechendes
neues Projekt: Die Entwicklung eines Hubschraubers ohne Pilot.
Ein erster Prototyp wird zur Zeit getestet.
Wir dürfen mit dabei sein!
Auf dem Testgelände einer der größten Helikopterfirmen.
Und hier steht er: Der erste vollautomatische Hubschrauber der Welt.
Steuerbar mit einem Tablet-Computer.
Auf den Flug selbst haben wir gar keinen Einfluss.
Meine Füße werden die Pedale nicht berühren, meine Hand wird nicht am Steuerknüppel sein.
Ein Computer in der Kanzel soll die Steuerung komplett übernehmen - das gab es so noch
nie.
Schliesslich ist dies ein Passagierhubschrauber und keine Drohne.
Die Technologie dahinter - streng geheim!
Wir dürfen nur die Sensoren drehen, die dem Hubschrauber beim Steuern helfen sollen.
Noch 30 Minuten bis zum Start.
Die Techniker im Kontrollzentrum machen sich bereit.
Igor Cherepinsky hat das System entwickelt.
Unser Ziel ist, wie in Star Trek so zu fliegen wie das Raumschiff Enterprise: Eine sehr komplexe
Maschine, die von fünf oder sechs Leuten gesteuert wird.
Die Piloten sagen, was sie wollen - und die Maschine weiß dann selbst, WIE das passieren
soll.
Nun, Raumschiff Enterprise ist vielleicht eine Nummer zu gross.
Aber die selbstfliegende Technologie ist ein grosser Wurf.
Denn die Hauptursache bei Unfällen in Kriegsgebieten ist menschliches Versagen.
Und so soll das in Zukunft aussehen: Der Start - Per Knopfdruck im Kontrollzentrum.
Der Pilot gibt dann über die App ein Anflugsziel ein.
Und der Hubschrauber setzt sich dorthin in Bewegung.
Der Computer lenkt.
Selbst ein Amateur kann so zur Not ein kompliziertes Fluggerät steuern - allein mit der App.
Vom Cockpit aus ... oder vom Boden.
Doch kann das wirklich jeder?
Wir dürfen tatsächlich live die Probe machen ...
Kann ich irgendwohin fliegen?
Bleib über der Startbahn.
Such Dir in diesem Bereich was aus.
Unser Redakteur übernimmt jetzt die Kontrolle.
Wohin der Hubschrauber fliegen soll - einfach auf der Landkarte anklicken.
Und die 13 Millionen Dollar teure Maschine scheint zu hören.
Ich hab ihm gesagt, er soll hier rüberfliegen, und 20 Meter hoch
Es funktioniert!
Genau das macht der Hubschrauber jetzt.
Der Blick ins Cockpit beweist: Die Piloten fassen die Instrumente weiterhin nicht an.
Sie sind nur zur Sicherheit hier.
Wie war's, als ich den Hubschrauber kontrollierte?
Du warst das?
Wir verlassen uns voll und ganz auf die Techniker und dass sie ihre Arbeit gut gemacht haben
- und der Hubschrauber genauso fliegt, wie er soll.
Das pilotenlose Fliegen - die neueste Erfindung der DARPA, der Ideenschmiede des US-Militärs.
In wenigen Monaten sollen bereits die ersten Testflüge in Krisengebieten stattfinden.
Und vielleicht wird diese neue Technologie irgendwann sogar bei Passagiermaschinen eingesetzt.