Mit ihren grau-weißen Platten sehen sie aus, als hätten sie im Straßenverkehr nichts
zu suchen.
Wir hören uns auf der Straße um.
Haben Sie das schon mal gesehen?
„N Kunstwerk“
„Oder n Stuhl“
„Das ist ein unglaublich schnelles Fahrrad“
Hmm…auf der einen Seite sehen wir auch noch eine abgedunkelte Scheibe??
Um herauszufinden, was sich dahinter verbirgt, treffen wir den Hersteller.
Vertriebsleiter Boris Wagner will es uns an einer vielbefahrenen Straße erklären.
Auf einmal steuert er das Fahrzeug - nur mit einer kleinen Fernbedienung.
Wozu ist das Ding nun gut?
„Das ist eine Anlage für die Geschwindigkeitsüberwachung, im Volksmund auch Blitzer genannt.“
„Ein Blitzer!?
„Blitzer?“
„Bin ich ja begeistert.“
Also ein Blitzer!
Im gepanzerten Anhänger.
Das Neue daran:
„Diese Anlage kann mehrere Tage voll autonom am Straßenrand arbeiten, ohne dass jetzt
ein Mitarbeiter der Polizei oder des Ordnungsamtes hinmuss.“
Außerdem sie ist mobil und damit unabhängig.
Schlecht für Raser, gut für unsere Sicherheit!
Die Stahlabdeckung über Anhängerkupplung und Rädern verhindert, dass jemand an das
Innere kommt.
Hinter Heckklappe und Panzerglas – der gefürchtete Blitzer.
„So, wir haben hier unser neues Messsystem, das ist der Blitz, wenn sie zu schnell fahren,
werden sie rot geblitzt, das ist der Blitz dazu.“
Mit acht Akkus kann er ohne Stromanschluss fast überall stehen.
Und er hat etwas, was kein anderer hat!
„Dieses Fahrzeug verfügt über eine Pulver-Löschanlage.
Wenn entweder Feuer ausbrechen sollte, weil Feuer gelegt wird im Fahrzeug oder wenn es
außenrum sehr heiß wird, dann löst diese aus, würde alles dann einstauben sozusagen,
wäre bedeckt mit kleinen Kügelchen.
Danach können sie es wieder reinigen, absaugen und weiter geht’s.“
Blitzer-Abfackeln ist leider keine Seltenheit!
Damit der „Mini-Panzer“ auch nur die Raser ablichtet, richten Projektleiter Oliver Koel
und sein Kollege die Messung ein.
Die Blitztechnik selbst unterscheidet sich nicht von denen anderer Blitzer.
Bei dem direkt angeschlossen Laptop gibt’s gleich das Ergebnis.
„Wir sehen jetzt hier mit welcher Geschwindigkeit die hier durch die Messung fahren.
Die ist jetzt halt hier auf Spur 1 mit plus vierunddreißig Km/h.
Und hier seh ich halt dann auch um welche Uhrzeit der da durch gefahren ist und so weiter.“
Der Blitzer breitet einen Laserteppich über der Fahrbahn aus und erfasst Fahrzeuge gleichzeitig
über mehrere Spuren.
Neben der Geschwindigkeit erkennt das Gerät auch, wenn LKWs auf einer Fahrspur unterwegs
sind, für die sie eigentlich zu breit sind.
Auch dann gibt’s ein Foto.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung geben die Techniker am Laptop ein - Dreißig Kilometer pro Stunde.
Erlaubt sind hier eigentlich fünfzig, aber wir wollen das Gerät testen.
Unsere Redakteurin lässt sich blitzen.
„Jetzt haben wir hier auch ihr Foto.
Sie sind hier mit Tempo fünfzig durch die Messanlage durchgefahren, erlaubt waren dreißig
für PKW’s und darum haben wir jetzt hier ein sehr schönes Foto von Ihnen bekommen.“
Der Anhänger bleibt die nächsten Tage hier.
Aber wir wissen immer noch nicht, was es mit der skurrilen Form auf sich hat und wozu die
Panzerung ist.
Wir fahren zur Herstellerfirma.
Dort erklärt uns Boris Wagner den Sinn dahinter.
„Wenn sie jetzt hier dagegen hauen, hören sie, es ist sehr solide.
Diese starken Metalllegierungen, die wir hier verarbeiten, die sind sehr schwer zu biegen.
Die geraden Flächen sind steil ausgeprägt.
Dadurch ist es schwer, dass auf den Anhänger selber, jemand ihn besteigt.
Drauf rumhüpft, ähnliches dergleichen.“
Durch die Verkleidung bis zum Boden ist er auch von unten geschützt.
„In Deutschland aber auch in Nachbareuropäischen Staaten ist durchaus eine gewisse Kreativität
vorhanden, wenn’s darum geht, solche Systeme außer Kraft zu setzen.“
So lassen Autofahrer nämlich ihre Wut an Blitzern in Deutschland aus.
Das neue Modell ist sogar schusssicher!
Auch das hat einen Grund.
„In Frankreich muss man sagen, noch anders als in Deutschland, ist es durchaus in manchen
Gegenden, in Süd-Frankreich, im Mittelmeerraum durchaus sehr häufig, dass dort Schusswaffen
eingesetzt werden, um solche Geräte außer Kraft zu setzen.“
Deshalb stehen schon 280 Stück in Frankreich.
Bei uns sind es knapp über vierzig, Tendenz steigend.
Aber wie bewerten die Leute den Blitzer, die mit ihm arbeiten?
Wir wollen von Polizeihauptmeister Uwe Bartelt von der Verkehrspolizei Brandenburg wissen,
ob der Anhänger tatsächlich Vorteile gegenüber Standard- Blitzern hat?
„Super Teil.
Stellen Sie sich mal mit nem Messfahrzeug bei dieser Hitze an diese Stelle.
Das halten sie nicht zwei Stunden durch.
Det is jetzt wieder der Anhänger, der kann warm werden, der schwitzt nicht, der arbeitet
weiter, aber der Beamte, für den wird’s unerträglich.“
Also tatsächlich eine Erleichterung.
Daten und Fotos landen entweder per Modem auf einem Server oder auf einer Festplatte,
die dann ein Beamter vom Anhänger abholt.
Wir fahren zur Dienststelle und wollen wissen, wie es dann weitergeht.
Aber auf der Festplatte sind keine Fotos, sondern nur lange Zahlen- und Buchstabenreihen.
„Und mehr geht nicht.
Der Rest wird aus Datenschutzgründen nur in der Bußgeldstelle Gransee geöffnet.
Wir sind dazu hier nicht mehr in der Lage.“
Ohne speziellen Chipschlüssel kommt keiner an die Daten.
Ein mobiler Hochsicherheitsblitzer ist im Land.
Man muss überall mit ihm rechnen.
Er steht dort, wo Menschen es nicht aushalten und feste Blitzer unmöglich sind.
Die Polizei ist begeistert und die nächsten Blitzer sind schon bestellt.
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