versprechen zwei Neuheiten aus Singapur.
Und das auch noch für relativ wenig Geld.
Wir haben uns die Erfindungen angesehen und getestet, ob das E-Bike in 60 Sekunden hält,
was es verspricht.
Also ich fahre ja echt liebend gerne Fahrrad, aber am Berg ist das immer ein bisschen nervig.
So ne Tritthilfe wäre nicht schlecht jetzt.
Diese Gadgets sollen genau das leisten: das „UrbanX“, ist gerade erst auf den Markt
gekommen und hat bereits eine Riesen- Fangemeinde.
Der E-Motor steckt im Rad, es soll auf 99 Prozent aller Bikes passen.
Einbauzeit: angeblich 60 Sekunden.
„Ease“ ist ein komplett anderer Ansatz, sieht aus wie ein Clip und wird seitlich ans
Rad angebracht.
Easy zu transportieren, klappbar, angeblich auch in wenigen Sekunden montiert.
Entwickelt wurde es in Singapur, aber dahinter steckt ein deutscher Erfinder.
Wer wird im Battle der e-Bike Gadgets die Nase vorne haben?
Fahrrad-Profi Martin oder die clevere Claire?
Wir testen Montage, Performance und machen den Ausdauer-Härtetest.
Martin gegen Claire – wer wird gewinnen?
Ich raste gleich aus... vor euch allen.
Erste Prüfung: die Montage.
Klappt sie wirklich in 60 Sekunden?
Claire beginnt.
Also das Ding hier sieht super modern aus.
Ich bin vom Design völlig überzeugt, finde es richtig schick.
Jetzt muss es nur noch richtig gut funktionieren.
Im Vergleich zu Claires komischer Maschine, bei der Fahrt wird es ihr vom Rad abfallen,
so wie es aussieht, glaube ich.
Das ist so für mich die Kategorie Schnickschnack.
Bei mir ist der Motor nämlich im Rad drin, da wo er hingehört.
Und das baue ich einfach in 5 Sek.
Da rein, das geht glaube ich ratzfatz.
Wirklich?
In Martins Paket sind nämlich eine ganze Menge Kleinteile dabei.
Das alles soll in 60 Sekunden montiert sein?
Er studiert erstmal die Bedienungsanleitung ... Claire dagegen legt einfach los...
Du hast ne Bedienungsanleitung?
Meins ist halt etwas komplexer als deins, bisschen geiler.
Also bei meinem weiß ich intuitiv was ich zu machen habe...
Also ich muss es jetzt einfach ans Hinterrad anlegen und hier ist so eine Art Draht, den
muss ich um die Strange wickeln.
Und dann muss ich das fixieren, soweit bis es von selbst hält.
Und ich glaube das war´s dann auch schon.
Ist Claire schon fertig?
Wirklich?
Was machst du denn da?
Ich hab hier noch Bremsen dran ... Martin braucht noch ein bisschen.
Keine zehn Sekunden hat Claire für die Montage des „ease“ gebraucht, Martin dagegen steckt
irgendwie fest.
Normalerweise ist es total einfach, ein Rad einzubauen, aber dieses Rad ist kein normales
Rad, hier ist ein scheiß Akku dran.
Obwohl Martins Gabel ein Standardmodell ist, bekommt er das Rad nicht montiert.
Der Akku klemmt an der Schutzblechhalterung.
Jetzt mal ganz im Ernst, ich glaube, das passt hier nicht rein.
Dieser Akku hier müsste eigentlich schön reinrutschen.
Ich kann ihn aber auch nicht mehr drehen.
Der Hersteller sagt ja, das passt in 99 Prozent aller Fahrräder rein.
Ich hab gerade das eine Prozent Fahrrad erwischt, wo es nicht reinpasst.
Das gibt´s ja wohl gar nicht.
Claire bringt ein Ersatzrad.
Ob es damit funktioniert?
Ach Martin, ich könnte schon seit Stunden mit meinem Rad unterwegs sein, aber du musst
ja den ganzen Verkehr aufhalten.
Also wieder das Vorderrad ausbauen ... Auch diese Gabel, ebenfalls ein 0-8-15 Modell,
hat die störenden Halterungen für das Schutzblech.
Also es ist jetzt so, dass die Gabel hier nur geringfügig besser als die andere ist.
Ich glaube für den Test ist es o.k.
Also das Rad ist drin, ich kann´s mit den Muttern auch festziehen jetzt ... von daher
mache ich das direkt mal.
Denn ich will jetzt gerne Claire zeigen, das mein Rad ein bisschen schneller als ihres
ist.
Das Rad ist endlich drin, aber Martins e-bike ist immer noch nicht einsatzbereit.
Es fehlen noch die Motorsteuerung und die mitgelieferte Telefonhalterung.
Die Montage der billig wirkenden Teile gestaltet sich schwierig.
Ich raste gleich aus, vor euch allen.
Soll ich vielleicht zur Apotheke gehen und ein paar Baldrian-Tropfen holen für dich?
Wäre gar nicht schlecht eigentlich.
Nach 40 Minuten hat Martin endlich fertig gefummelt.
Er ist nicht begeistert...
Der Hersteller hat ja versprochen man kann das in 60 Sekunden, also einer Minute installieren.
Ist ´ne glatte Lüge.
Aber dann kann es endlich losgehen: Aufsitzen und Abfahrt.
ahhhh
Scheint Spaß zu machen!
Beide Antriebe sollen aus dem Fahrrad ein Pedelec machen – so heißen e-bikes offiziell.
Dafür braucht man keinen Helm und kein Versicherungskennzeichen.
Deshalb haben beide Motoren auch nur die erlaubten 250 Watt und fahren maximal 25 Kilometer pro
Stunde.
Aber das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Bei Martin sorgt ein Motor im Rad für den Vortrieb.
Bei Claire drückt sich eine Walze an den Reifen und dreht sich gegen die Laufrichtung.
Was fährt sich besser?
Ich kann jetzt trampeln und werde automatisch unterstützt.
Hier geht´s gerade bergauf, Warschauer Straße Berlin, wunderschöner Ort, bergauf.
Normalerweise ein bisschen nervig, jetzt ... total easy.
Seine Geschwindigkeit steuert Martin über den Griff am rechten Daumen.
Eine Anfahrhilfe gibt es nicht, das Rad muss rollen, damit der Motor anspringt.
Brauch ne gewisse Grundgeschwindigkeit.
Das Gute ist, ich muss dann aber gar nicht mehr treten.
Total cool.
Claire hat keine Steuerung für den Antrieb, ihr Motor erkennt automatisch, ob sie tritt,
und unterstützt sie dann dabei.
Ist sie auch zufrieden?
juhuuu ... ach cool, hier geht´s jetzt so ein bisschen bergauf ... das ist ja mega angenehm,
jetzt überhole ich sogar Leute.
Aber plötzlich lässt sie das ease im Stich...
Gerade macht er nix ... Hallo ... Der ist abgerutscht... habe mich jetzt die ganze Zeit
gewundert, warum ich nicht mehr angetrieben werde... und dann bleibe ich stehen und sehe,
dass es runtergerutscht ist.
Nicht nur die Montage der Antriebe ist unterschiedlich, auch die Technik ist komplett anders.
Beim ease ist ein Sensor verbaut, der erkennt, ob Claire tritt.
Erst dann schaltet sich der Motor zu.
„Pedal Assist“ nennt sich die Funktion.
Martin muss den Motor manuell zuschalten.
In dieser Version soll es auch einen trittunterstützenden Modus geben, den habe ich noch nicht gefunden.
Denn hier ist sowas wie ein Gasgriff, der alleine funktioniert nicht erlaubt.
Bei uns müssen Elektromotoren trittunterstützend funktionieren.
Nur dann darf man das e-bike ohne Helm und Kennzeichen in Deutschland fahren.
Der Hersteller behauptet auf seiner Homepage, dass er alle Voraussetzungen für den deutschen
Markt erfüllt.
Martin will ihn später dazu per Skype-Call befragen.
Aber zuerst machen wir den e-bike Härtetest; dazu wollen wir auf Berlins höchsten Berg
radeln.
Martin und Claire verladen dafür die Räder.
Die sieben Kilo Extragewicht machen sich beim UrbanX deutlich bemerkbar.
Gott, das ist ja unfassbar schwer.
Ich glaub meins ist einfacher.
Ich schalte es einfach aus, so mit Schmackes.
... War super praktisch, super easy abzumachen und ist in einem Rucksack verstaut.
Beide Hersteller geben die Reichweite mit rund 50 Kilometern an.
Claire und Martin fahren eine 15 Kilometer lange Strecke, ihr Ziel der 160 Meter hohe
Drachenberg.
Wird der Akku durchhalten?
Nach kurzer Fahrt hat Claire aber ein anderes Problem: die Straße ist noch nass, ihr Antrieb
dreht durch.
oh, oh ... das klappert die ganze Zeit nur.
Irgendwie hat mich meins etwas im Stich gelassen, das arbeitet nur noch so in Schüben, aber
nicht mehr kontinuierlich.
Da ist mir Martin einfach davon ... gefahren. ich kann kaum sprechen...
Martin.
Die beiden trocknen die Antriebswalze und machen das ease nochmal neu fest.
Jetzt klappt es besser, der Antrieb arbeitet wieder kontinuierlich.
Aber bergauf verlieren beide Motoren stark an Leistung.
An 25 Kilometer pro Stunde ist nicht zu denken.
Es funktioniert jetzt wieder ... ich krieg jetzt kontinuierlich Anschub, aber es ist
halt ganz schön langsam... ich dachte ich ganz jetzt schön mit 20 Sachen den Berg hochfahren.
Nix ist, maximal zehn Sachen sind drin.
Aber ich glaub, da haben wir auch ´nen falschen Anspruch, oder?
Nö, schnell muss es schon sein... wirklich?
Aber nicht nur das Schneckentempo am Berg nervt Martin.
Er sucht immer noch den „pedal assist“-Mode“ wie bei Claires Antrieb, damit sein Rad auch
auf deutschen Straßen legal ist.
Bislang erfolglos.
Nimmt er die Hände vom Knopf, schaltet sich sein Motor ab.
Aber wenn ich selber reintrete, ohne Unterstützung, muss ich quasi noch mehr reintreten als sonst,
weil ich einen riesen Akku da vorne mitschleppe.
Martin will wissen, warum sein Rad noch Kinderkrankheiten hat.
Erfinder Eric Chow erzählt ihm, dass er eines der ersten Serienmodelle überhaupt bekommen
hat.
Mittlerweile gibt es eine verbesserte Version zu kaufen.
Der Einführungspreis: 260 Euro.
Ein echtes Kampfangebot, vergleichbare Antriebe sind viel teurer.
Das Konkurrenzprodukt ease liegt bei 350 Euro.
Martin und Claire sind fast am Ende der Challenge, hält der Akku die Belastung am Berg noch
durch?
Mein Akku ist glaube ich gleich leer... das könnt ein bisschen eng werden.
Dein Akku ist fast leer?
Du bist ja auch nicht mehr der Jüngste...
Noch sind es ein paar Hundert Meter bis zum Ziel.
Zeit für einen Rad-Tausch.
Wie findest du jetzt meins?
Ich find´s voll angenehm, dass ich endlich mal nicht treten muss.
Bei mir ist genau andersrum.
Ich hab meinen Daumen schon so viel benutzt bei meinem Fahrrad, dass ich eigentlich das
hier ganz gut finde.
Endlich oben!
Beide Akkus haben durchgehalten, die angegebene Reichweite von 50 Kilometern scheint aber
kaum erreichbar...
Hast du noch Saft Claire?
Ja, so gerade noch ... meiner läuft immer noch.
Hier steht jetzt empty.
Zeit für ein Urteil... was sagen unsere Tester?
Wenn ich Bock hab ein bisschen Antrieb zu kriegen, dann packe ich es aus, habe es innerhalb
von einer Minute dran gebaut und kann losfahren.
Und wenn es dann mal leer ist oder wenn ich sage ich habe jetzt keine Lust auf das Gewicht
hinten.
Dann packe ich es ein und tu es in meinen Rucksack.
Also mein Fazit zu meinem UrbanX-Rad ist, dass es auf jeden Fall Spaß macht.
Problem ist, wenn der Akku leer ist, musst du mit diesem Rad weiterfahren, was echt schwer
ist.
Der Vorteil bei deinem Rad, kannst den Motor abnehmen, hast ein ganz normales Fahrrad.
Klarer Nachteil des UrbanX: in 60 Sekunden ist hier gar nichts montiert, das Versprechen
entpuppt sich als reiner Marketing-Gag.
Nur das ease ist wirklich in Sekundenschnelle am Fahrrad - es ist ein echtes e-bike to go.
Einen Sieger nach Punkten gibt es nicht, beide Antriebe sind eine Alternative zu klassischen
und teuren pedelecs.