Wissen Sie was das ist?
Eins kann ich ihnen veraten - Jeder von Ihnen hat
es zu Hause und es ist kein Käse.
Wissen Sie es immer noch nicht?
Dann schauen Sie mal.“
Schwämme!
Es gibt sie in allen erdenklichen Größen, Farben und Formen.
Aber einer von ihnen ist ein echter Alltagsheld: Der Topfschwamm.
Aber wo kommt der eigentlich her?
Und hier ist es: das Schwammmekka im Westen Chinas.
Dafeng - in der Provinz Jiangsu.
Hier steht mit 7000 Quadratmetern Produktionsfläche
die größte Schwammfabrik Chinas.
250 Mitarbeiter produzieren hier über 50 verschiedene Schwammsorten.
Unter ihnen natürlich: unser Topfschwamm.
Der Chef der Fabrik: Gu Zijing.
Über 18 Millionen Euro Umsatz nur im letzten Jahr - und das, obwohl
jeder Topfschwamm im Verkauf nur 5 Cent Gewinn einbringt.
„Wir exportieren in über 50 verschiedene Länder.
Viele Schwämme landen auch in den Verkaufsregalen von deutschen
Supermärkten, Zum Beispiel bei Aldi und Lidl.
Ich bin Stolz darauf, dass ich ein Produkt produziere,
das in jedem Haushalt zu finden ist.“
Erster Schritt zum fertigen Topfschwamm: Die Schaumstoff-Produktion.
Grundzutaten für den oberen Teil des Schwamms: Isocyanat und Polyol.
Eine Spritzmaschine verteilt das Kunstoffgemisch hauchdünn auf dieser
Papierbahn.
Zuständig für das richtige Mischverhältnis: Chemiker Chen Gui.
Der 65jährige arbeitet seit acht Jahren im Unternehmen und muss permanent
gut aufpassen.
“Wenn ich bei der Programmierung einen Fehler mache, Vertrocknet der
Schwamm später einfach und ist nicht zu gebrauchen.
Hier kann ich auch die Farbe beeinflussen.
Wir können jede Farbe mischen, die wir wollen.”
In der Regel sind es aber nur 4.
Die meist verkaufte Schwamm-Farbe in Deutschland: Gelb.
Nachdem das Kunststoffgemisch großflächig verteilt wurde, hilft den Arbeitern
jetzt - die Chemie: In flüssiger Form läuft die Masse über ein Fließband.
Mund kommt hinten fest - und um einen Meter gewachsen - wieder raus.
Wie kann das sein?
Nach dem Zusammenmischen von Isocyanat und Polyol kommt es zu einer
chemischen Reaktion - dabei ensteht Kohlenstoffdioxid.
Das Gas dehnt sich im Kunststoff aus und lässt die Flüssigkeit wachsen.
Dabei entstehen kleine Löcher - durch die kann
der Schwamm später Wasser aufsaugen.
Das Volumen erhöht sich um das 40fache.
Das Ergebnis: Eine schier endlose Schaumstoffschlange.
Jeden Tag enstehen hier zwei Kilometer davon.
Die Herausforderung bei der Produktion: Der Untergrund muss 100prozentig
gerade sein - sonst entstehen unerwünscht Hohlräume im Material.
Im Extremfall ist dann die gesamte Schaumstoffschlange
unbrauchbar.
„Schau mich an!
Der Druck muss immer gleich bleiben.
Du musst unbedingt beide Hände benutzen, um das Papier
auszurichten, sonst kommen Blasen in die Flüssigkeit!“
„Siehst du dahinten - Da sind schon welche!“
Die Qualität muss stimmen, denn Schwämme sind Hygieneartikel.
Und trotzdem: Ist der Topfschwamm einmal benutzt - birgt er Gefahren.
Laut einer deutschen Studie befinden sich in den meisten gebrauchten
Küchenschwämmen mehr gefährliche Keime als in einer Toilette.
Der Grund: Essensreste können sich festsetzen und die sind ein idealer
Nährboden für Bakterien.
In der feuchten Umgebung gedeihen die mikroskopisch kleinen Lebewesen besonders
gut.
In der glatten Toilette finden sie keinen Halt und werden weggespült.
Wer den Schwamm nicht alle zwei Tage wechseln will, dem hilft dieser Trick:
Den nassen Schwamm mit Spülmittel zwei Minuten in die Mikrowelle: Das tötet
Bakterien ab - und den Gestank.
In der Fabrik ist die Schaumstoffschlange nach einhundert Metern auf dem
Fließband jetzt fest.
Ein Messer schneidet sie in zwei Meter lange Blöcke.
Bevor die Arbeiter die bunten Klötze weiterverarbeiten können, müssen die
noch einen Tag lang trocknen.
Der Ablauf der Schaumstoff-Produktion ist seit
knapp 70 Jahren ähnlich.
Aber wer hat den Schaumstoff eigentlich erfunden?
Er taucht erstmals Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts auf.
Wer die chemische Zusammensetzung entwickelt hat, ist unklar.
Bekannt ist, dass 1937 der deutsche Chemiker Otto Bayer an neuen Kunststoff-Arten
forschte.
Bei einem Experiment geht 1941 etwas schief.
Erst versucht der Chemiker die Fehler zu beseitigen, dann erkennt Otto Bayer
die Vorteile.
Das neue Material ist extrem saugfähig.
Der synthetische Küchenschwamm ist geboren.
Per Zufall...
Zurück in die Gegenwart - nach China.
Einen Tag später sind die Schwammblöcke in der Fabrik jetzt trocken genug
und bereit zur Weiterverarbeitung.
Diese Maschine schneidet aus den Blöcken einzelne Matten.
Je nach Größe entstehen allein aus einem einzigen Block
bis zu 4000 Topfschwämme.
Das Erfolgsgeheimniss der Allzweckwaffe: die Luftblasen.
Durch sie benötigt man deutlich weniger Spülmittel, da durch
das Zusammendrücken beim Reinigen immer wieder neuer Schaum entsteht.
Damit auch Angebranntes abgeht, befindet sich an der Unterseite zusätzlich ein
raues, kratziges Vlies.
Die Grundzutat für diesen sehr robusten „Schmutzbekämpfer“: Polyester.
„Das ist ganz normales Polyester.
Daraus könnte man auch Kleidung herstellen.
In Jacken ist es der Stoff, der schön warm hält.“
Wang Chenghua sorgt dafür, dass aus den einzelnen Polyesterfasern ein dicht verwobener „Teppich“
entsteht.
Die 38jährige verdient 400 Euro im Monat und das bei sechs Tagen
Arbeit in der Woche - in China allerdings ein normaler Durchschnittslohn.
Als nächstes bekommt das fertige Vlies seine typische Farbe.
Allein diese Fabrik produziert im Jahr eine Million Quadratmeter
Schwamm-Vlies.
Eine Fläche so groß wie 150 Fußballfelder.
Die Arbeiter kleben das gefärbte Vlies auf die zugeschnittenen
Schaumstoffmatten - alles in Handarbeit.
Damit das Vlies auf dem Schaumstoff hält, kommt es in die Presse - und wird
mit 2 bar zusammengequetscht.
Für den letzten Schnitt zuständig: Du Xiao Wei.
Er verpasst den Schwämmen die richtige Größe.
50 Schnitte die Minute, 10 Stunden am Tag.
„Wenn ich nach Hause komme und sehe, das meine Famile die gleichen
Schwämme benutzt, macht es mich glücklich.
Manchmal träume ich sogar nachts von Schwämmen.“
Topfschwämme sind übrigens vielfältig einsetzbar.
Sie eignen sich nicht nur zum Saubermachen.
Einige schwören auf den Schwamm als Lockenwickler.
Einfach einzelne Haarsträhnen anfeuchten, den Schwamm in der Mitte knicken
und um die Haare wickeln - dann mit einem Gummiband befestigen.
Das Gelingen hängt allerdings vom Haartyp und von den Fähigkeiten des
Einzelnen ab.
Einfach mal selbst ausprobierenM In China müssen die Arbeiter die Topfschwämme
jetzt nur noch verpacken.
Damit beim Transport keine Feuchtigkeit in die Schwämme eindringt, kontrolliert
Chef Gu Zijing stichprobenartig, ob die Verpackungen luftdicht verschlossen sind.
„Wenn du die Packung fester zusammendrückst, kannst du herausfinden,
ob irgendwo eine undichte Stelle ist.”
09:05 700.000 Topfschwämme.
Und das jeden Tag.
30 Prozent davon exportiert Gu Zijing nach Deutschland: Für sein Unternehmen
der größte und wichtigste Markt.
„Seit 2012 liefern wir unsere Schwämme auch nach Deutschland.
Wir haben dort rund 20 verschiedene Abnehmer.
Wir wollen noch größer werden und noch mehr Kunden in Deutschland
und in ganz Europa gewinnen.“
09:30 Rund 30 Tage später sorgen die chinesischen
Topfschwämme für saubere Küchen im 10.000 Kilometer entfernten Deutschland.
Hier kostet eine Zehnerpackung dann rund 2 Euro.
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