Er lässt das Handy fallen.
Aus seiner Jackentasche holt er das Keramikhandy.
Er geht langsam zu einer Vitrine mit Geschirr, holt einen
Teller raus und lässt ihn am Ende der Moderation fallen.
„Was ist der Unterschied zwischen dem Teller hier und diesem Handy?
Sie wissen es nicht?
Der Teller ist aus Keramik - und heile.
Aber was haben die beiden Dinge mit einander zu tun?
Angeblich soll jetzt ein Handy auf den Markt kommen, das auch aus Keramik ist - und viel
stabiler als die üblichen Modelle.
(Lässt Teller fallen).
Hmm - ob das stimmen kann, wir haben es getestet,“ Unser Reporter Maurice Gajda setzt schweres
Gerät ein: Mit Bohrmaschine, Säge und Co. rückt er dem angeblich unzerstörbaren
Keramikhandy zu Leibe.
Fast jeder kennt das: Handy zusammen mit dem Schlüssel in der Tasche und
schon ist es passiert: Kratzer!
Ein Smartphone macht im Alltag so einiges mit>
Das neue Handy mit Keramik-Gehäuse soll extrem stabil sein.
Momentan bekommt man es nur in China, doch bald soll
der Verkauf auch in Deutschland starten.
„Das soll unkaputtbar sein.
Ob das wirklich so ist, ich besorgs mir und teste es!“
Maurice bestellt sich das Handy online aus China.
Kostenpunkt: stolze 800 Euro.
Das entspricht etwa vergleichbaren Spitzenmodellen der Konkurrenz - mit
Alu- oder Kunststoff-Gehäuse.
Eine Woche später kommt die Lieferung “Der magische Moment.
Jetzt ziehe ich die Folie ab.
Da ist sie also, die Keramik-Hülle.
Sieht ehrlich gesagt aus wie ein normales Smartphone.
Glänzt und sieht gut aus.
Mal gucken was es kann!“
Das „Xiaomi Mi MIX“ verspricht besondere Kratzfestigkeit, Langlebigkeit und
Stabilität.
Es besitzt ein großes 6,4-Zoll-Display.
Das bedeutet, es hat sehr schmale Ränder.
Das Handy kann technisch mit anderen Smartphones in seiner Preisklasse
mithalten.
Es hat aber auch ein paar Besonderheiten> “Ungewöhnlich ist nur die Linse befindet
sich unten im Rahmen.
Daran muss man sich erstmal gewöhnen, weil normalerweise
schaut man beim Selfie ja immer nach oben, hier guck ich irgendwie
nach unten.“
Maurice testet die neuartige Keramikhülle mit allen Werkzeugen, die er in seiner
Wohnung auftreiben kann: Zuerst die Kratzfestigkeit.
Das simuliert etwa das Reiben eines Schlüssels am Smartphone...
“Krass, bis auf Schmutz ist nichts auf meiner Handy-Hülle.
Kein Kratzer, nichts.
Obwohl ich gerade eben Gemüse mit einem scharfen Messer
geschnitten habe.
Unglaublich!“
Die nächsten Belastungs-Tests “Ich glaub, ich brauch ein bisschen was Härteres!“
Jetzt aber: Unser Reporter fährt ganz schweres Geschütz auf.
Irgendwie muss das Handy doch zu knacken sein!
„Das hier ist eine Säge, damit kann man Holz durchsägen.
Mein Smartphone bleibt kratzerfrei.“
Maurice setzt noch eins drauf und packt die Bohrmaschine aus.
Kunststoffoder Aluminium-Gehäuse würden diesen Test wohl
kaum überstehen.
Ähnliche Kräfte wirken beispielsweise, wenn das Handy
aus großer Höhe auf einen spitzen Stein fällt.
Und?
“Es ist kein Kratzer auf dem Gehäuse.
Es ist wie neu!“
Das ist so ähnlich wohl fast jedem schon mal passiert>
„Kein Kratzer, keine Beschädigung, kein Knack!
Hat den Fall überlebt, Gott sei Dank!“
Nichts passiert?
Glaubt Maurice zumindest.
Wir werden sehen...
„Krass, selbst Hitze zerstört die Keramikhülle nicht.
Aber ganz ehrlich, das sind natürlich auch keine Tests unter
Laborbedingungen.
Dafür fahre ich jetzt zu den Keramikprofis zum Fraunhofer
Institut nach Dresden.“
Dort befindet sich das größte Keramikforschungszentrum Europas.
Hier entwickeln die Forscher Keramik für die Raumfahrt oder für die Medizin.
Wir treffen Dr.
Zins.
Der Experte weiß, warum Keramik bei verschiedenen Produkten eingesetzt wird „Letztendlich
dient es in erster Linie dafür, dass es gut aussieht.
In zweiter ist es aber auch, dass es sehr lange
gut aussieht.
Es macht über einen langen Zeitraum einen sehr edlen Eindruck.“
Wie lange, werden die nächsten Tests zeigen.
Aber erstmal schauen wir uns das Material genauer an>
“Die klassischen Geschirrkeramiken oder auch Sanitärkeramiken wird
hergestellt aus natürlichen Rohstoffen.
Die sind einfach deutlich grober.
Nicht so fein wie das Material, das man für die Hochleistungs-Keramik -
hier z.B. für die Handy-Hülle bedient.
Das ist ne Misch-Keramik.
Hier produziert man synthetisch genau den Rohstoff,
den man haben möchte.“
Der Unterschied zwischen natürlicher Keramik und Hochleistungskeramik ist die
Größe der Partikel: Je kleiner sie sind und je enger sie zusammenliegen, desto
stabiler sind sie.
Die stabilsten Handys auf dem Markt bestehen aus Aluminium.
Wir machen den Biegetest: Alu gegen Keramik.
Diese Maschine presst beide Materialproben unter hohem Druck nach unten.
Das Ergebnis> „Ja, das Aluminium ist total gebogen und
die Keramik ist gerade wie ein Lineal.“
„Warum haben wir jetzt nicht gleich das gesamte Smartphone reingelegt,
ich meine es passt ja da, es würde reinpassen.“
„Aber diese Krafteinleitungswalzen, die wir hier jetzt gesehen haben
würden ja jetzt auch auf dem Display sehen.
Und die würden mit Sicherheit dieses Display zerstören.
Das wäre aber keine Keramikprüfung, sondern das wäre letztendlich eine Prüfung
dieses Systems und sie hätten keinen Mehrwert.“
Jetzt der ultimative Härtetest!
Hier wird innerhalb weniger Sekunden der Verschleiß mehrerer Jahre simuliert.
“Wir haben hier im Prinzip ein kleines Sandstrahlgerät und blasen Glas
oder Quarzsand letztendlich auf diese keramische, polierte Oberfläche!“
Maurice hat sein altes Kunststoff-Smartphone dabei, das wird zum Vergleich
zuerst mit Sand „beschossen“...
“Hier gibt es richtig große Schäden an der Plastikhülle.
Aber wie schaut’s jetzt aus mit der Keramik-Hülle.
Ich hab ehrlich gesagt ein bisschen Angst um das Telefon.“
Bisher hat das Keramik-Handy alle Tests unversehrt überstanden.
Doch wie schlägt es sich jetzt?
„Es ist erstaunlich unbeschädigt.
Was man sieht, ist so eine leichte, ich würde mal sagen eine leichte Verfärbung
des Materials.“
„Aber ich glaube Sie haben nicht so einen Sandsturm in Ihrer
Handtasche.“
Stabil ist es.
Aber das Keramik-Handy hat noch andere Vorteile.
“Diese Keramik ist so hart und kann natürlich dafür sehr gut geeignet
werden, um Schall zu übertragen, letztendlich um diese
Lautsprechermembran auszubilden.
Ich hab ein sehr, sehr gutes Klanggefühl und Klangqualität, die ich damit
realisieren kann.“
“Was hat das denn für Auswirkungen z.B. beim Smartphone, wenn das
eine Keramik-Hülle hat?
Klingt das dann anders?
Besser?“
“Ja, in diesem Handy speziell sind dann auch nochmal Piezo-Keramiken
drin, die das gesamte Gehäuse mit zum Schwingen nutzen und sozusagen
den akustischen Klangkörper wie bei der Gitarre hier mit erzeugen.
Und sie haben damit einen besseren Klang!“
Ob das stimmt, will Maurice zu Hause ausprobieren.
Zum Vergleich: Ein Aluminium-Smartphone
Und das chinesische Keramik-Handy?
“Es klingt nicht nur besser, lauter, es klingt auch voller.
Und ich dachte bisher, dass mein bisheriges Smartphone gut
klingen würde, aber nein, das hier klingt wesentlich besser.“
Nochmal zurück zu unserem Falltest vom Anfang.
An der Nahtstelle zwischen Keramik-Gehäuse und Rahmen entdecken wir
einen kleinen Schaden> Ganz unversehrt hat das Keramik-Handy unsere
Tests also doch nicht überstanden.
Es ist zwar extrem robust, aber nicht unkaputtbar.
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