Aber Moment Mal…ist das überhaupt Marmelade?
Oder Konfitüre?
Oder Gelee?
Wir finden’s heraus und treffen die Frau, die seit 2013 mit ihrer Marmelade Preise auf
der ganzen Welt abräumt.
Im Galileo Foodcheck!
Wir sind auf den Weg in die Dolomiten.
Denn hier lebt sie, die Marmeladenkönigin.
In den letzten Jahren gewann sie fünf Mal den „World Marmelade Award“: Blanka Milfaitová.
Zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern betreibt die 39 Jährige einen Campingplatz mitten
in den Bergen.
Nebenher hat sie es geschafft, die beste Marmelade der Welt zu kreieren!
„Ich mache Marmelade mit Leidenschaft – es ist mehr als mein Hobby.
Ich liebe es einfach – das ist das Wichtigste.“
Der erste Schritt zur Weltmeister-Marmelade: die Auswahl der Früchte.
Die lässt Blanka immer frisch von Obstbäuerin Isabella liefern.
Das ist der erste Unterschied zu den großen Herstellern – denn die nehmen meist tiefgekühlte
Früchte.
Kommt bei Blanka nicht ins Glas!
„Das Wichtigste für die Früchte, aus denen ich Marmelade mache, ist, dass sie im richtigen
Moment von den Bäumen gepflückt werden.
Das ist einfach das Beste: erntefrische Früchte!“
Gut, aber was ist denn nun genau Marmelade?
Die Überraschung: Laut EU-Verordnung darf Marmelade ausschließlich aus Zitrusfrüchten
hergestellt werden.
Ein Kilogramm eingekochte Marmelade muss mindestens 200 Gramm Zitrusfrüchte enthalten.
Doch zurück zur Marmeladenkönigin: Da ist erst einmal Handarbeit angesagt.
Blanka wäscht die Früchte im Quellwasser der Dolomiten.
Bei gutem Wetter kocht Blanka in ihrer Outdoor-Küche.
Wöchentlich stellt sie so circa 200 Gläser her.
Hat sie für ihre Super-Marmelade eigentlich ein geheimes Rezept?
„Es gibt eine Menge Rezepte von mir.
Es gibt kein Geheimnis!
Alles ist erlaubt für Leute, die Marmelade kochen wollen.
Aber ich selbst mag es, wenn in der Marmelade Stücke sind, nicht zu sehr zerkleinert.“
Heute auf dem Programm: Apfel- und Pflaumenmarmelade.
Aber - Moment mal – Marmelade?
Da dürfen doch laut EU Verordnung ausschließlich Zitrusfrüchte rein!
Ja – aber die Regelung gilt nur für die Industrie - nicht für kleine Manufakturen.
Deshalb darf Blanka ihre Marmelade so nennen - auch, wenn keine Zitrusfrüchte drin sind.
Und so geht’s zum Nachmachen: Früchte schneiden und dann Zucker abmessen.
Auf 1 Kilogramm Äpfel nimmt Blanka circa 300 Gramm Zucker.
Für die Säure presst sie eine Zitrone… Dann wird der Zucker karamellisiert.
Aber Achtung: der darf nicht anbrennen, sonst schmeckt er bitter!
Danach kommen die Äpfel und der gepresste Zitronensaft in den Topf.
Alles zusammen kocht circa 20 Minuten ein.
Blanka liebt große Fruchtstücke.
Deshalb zerstampft sie die eingekochten Äpfel nur grob.
Für die, die süßen Aufstrich ohne Biss mögen, gibt's Gelee.
Das entsteht aus Fruchtsaft mit mindestens 35 Prozent Obstanteil – ohne Stückchen.
Es gibt sogar eine Extra-Klasse mit noch mehr Fruchtgehalt.
Der Zuckeranteil liegt aber bei beiden über 55 Prozent!
Bei der Konfitüre ist die Fruchtsorte egal – aber auch sie hat mindestens 55 Prozent
Zucker!
Der Fruchtgehalt liegt je nach Frucht zwischen 25 und 35 Prozent.
…außer bei der Sonderklasse: Konfitüre extra.
Hier ist genauso viel Zucker drin, aber mehr Früchte - 450 Gramm pro Kilo!
Blanka gibt noch einen italienischen Likör dazu.
Ein fruchtig-bitterer Geschmack in Kombination mit der Süße der Äpfel.
Und für alle, die keinen Alkohol mögen, hat sie einen Tipp:
„Der ist aus Orangen und Gewürzen.
Es wäre ein ähnlicher Geschmack, wenn man den Abrieb der Orangenschale nimmt.
Probier doch mal!“
Das lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen:
„Sehr lecker.
Richtig gut!“
Die Apfel-Marmelade überzeugt.
Blanka weckt sie noch ein – so wird sie haltbar.
Weckgläser gehören zu den Klassikern unter den Einmachgläsern.
Entwickelt um 1900, revolutionierten sie die Lebensmittelkonservierung.
„Wenn das Glas geschlossen ist, hält es über ein Jahr.
Es kann auch zwei halten.“
Die Idee, Früchte als Marmelade einzukochen, ist alt:
Die Erfindung geht zurück ins 17.
Jahrhundert: Ein Handelsschiff aus Sevilla muss wegen einem heftigen Sturm im Hafen von
Dundee in Schottland einlaufen.
Die Spanier haben damals jede Menge nicht mehr ganz frische Bitterorangen geladen, die
Händler James billig einkauft.
Roh nicht zu genießen, kocht seine Frau Janet sie mit viel Zucker ein.
Die Gläser verkauft sie im Geschäft und nennt sie “Jam”.
Und die wird ein Riesen-Erfolg!
Ein Verkaufsschlager ist auch Blankas zweite Kreation: Pflaumenaufstrich.
Der erste Kniff: da die Schalen dran bleiben, kommen zuerst die Früchte in den Topf und
danach erst der Zucker – so können sie länger kochen.
Dass die Masse schön cremig wird, dafür sorgt Pektin – ein pflanzliches Geliermittel.
Anders als in den Äpfeln steckt davon in den Pflaumen nicht genug.
Blanka gibt noch etwas Pektin dazu.
Das geschmackliche Highlight: Kardamom.
Kardamom ist wegen der aufwendigen Ernte per Hand nach Vanille und Safran das teuerste
Gewürz der Welt und soll gut bei Erkältungen sein – also perfekt, wenn es draußen wieder
kälter wird.
„Die zweite ist fertig.
Wollt ihr die auch probieren?“
Pflaumen und Kardamom – ob diese Kombi funktioniert?
„Die ist auch sehr lecker - mit dem Kardamom!“
Kosten für Blankas Kreationen: zwischen 4 und 6 Euro.
Das ist zwar etwas teurer als im Supermarkt, dafür ist alles von der Marmeladenkönigin
höchstpersönlich handgemacht.
Marmelade, Konfitüre und Co - Früchte selbst einkochen, ist also gar nicht so schwer…Wichtig
dabei: gute Zutaten und eine „gewisse Leidenschaft“…
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